School-Days

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Hikari
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School-Days

Beitrag #41 von Hikari » 21.02.2017 10:52

TJ
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Es war Vogelgezwitscher, das dafür sorgte, dass Chris sich in seinem Schlaf rührte. Jedoch reichte es nicht aus, um den Schwarzhaarigen völlig zu wecken. Stattdessen rollte sich der Teenager herum und kuschelt sich wieder an sein überdimensionales Seitenschläferkissen namens Ben. Zu schlaftrunken, um zu realisieren, dass es überhaupt Ben war an den er sich da anschmiegte, wie eine Katze.
Die wohlige Wärme der Decken, sorgte dafür, dass er wieder einschlummerte und erst einige Stunden später erneut von Vogelgezwitscher und Sonnenstrahlen geradezu sanft aus seinem Schlaf geweckt wurde.
Die wenigen Minuten, die sein Gehirn an diesem Sonntagmorgen – oder war es schon Mittag? – brauchte, um vollends zu realisieren, dass es Zeit war aufzuwachen, nutzte Chris um nachzuholen, wozu er am Vorabend nicht mehr gekommen war: Seine linke Hand erkundete Bens Körper, während er sich mit dem rechten Arm ein wenig aufstützte. Sanft und gleichermaßen verspielt strichen Zeige- und Mittelfinger der linken Hand über das Rechte Schlüsselbein des Sportlers, bevor sie den Linien folgten, welche ihm die ausgeprägte Muskulatur vorgab. Als er an der alten OP-Narbe ankam, verweilten seine Finger länger an ihr. Dieses Mal ist es nicht das Bedürfnis sie zu berühren, dass ihn überkommt – unabhängig davon, dass er dies ja schon tat – vielmehr machte sich der schwarzhaarige Teenager eine mental Notiz Ben danach zu fragen woher die Narbe stammte.
Einige Minuten lang verharrte Chris so. Vollkommen zufrieden mit sich und der Welt solange er nur weiter in Bens Bett liegen konnte und ihn beim Schlafen beobachten durfte. So friedlich. //Perfekt.// Ein Lächeln bildete sich auf den Lippen des Schwarzhaarigen und für einen Augenblick, wirkten die sonst immer angespannten, markanten Wangenknochen, entspannt, weich, friedlich, als wäre jede Last von den Schultern des Teenagers verschwunden. Seine Hand hatte wieder das Schlüsselbein des noch schlafenden Fußballers erreicht und Chris wollte sich zurück in die Kissen fallen lassen, als ein Geräusch ihn erstarren lässt. Es war das Geräusch einer Plastikflasche, welche umkippte und vermutlich davon rollte. Ein so alltägliches Geräusch, dass es niemanden aus der Haut fahren ließ, doch es zerriss die Stille und die wohlige Zweisamkeit fühlte sich mit einem Schlag falsch an. Wenn er diese Wasserflasche hörte, wie sollte man ein Zimmer weiter nicht gehört haben, was in der Nacht passiert war. Selbst gedämpft von Kissen musste sein Stöhnen lauter gewesen sein, als eine schnöde Wasserflasche, die es sich zum Ziel gesetzt hatte umzukippen.
Schlagartig war die Last auf seinen Schultern wieder da und drohte ihm dieses Mal damit ihn unter sich zu begraben. Aschfahl entwirrte sich der Blauäugige aus den Decken. Gerade zu fluchtartig und mehr darauf fokussiert zu funktionieren, floh Chris in das kleine Badezimmer, Doch weder eiskaltes noch brühend heißes Wasser konnten die Last und die Schuldgefühle von ihm waschen und so wurde es ein für ihn extrem kurzer Aufenthalt in dem Badezimmer. Genauso fluchtartig, wie er sich im Badezimmer eingeschlossen hatte, floh er auch aus dem Zimmer der Beiden, sobald er sich schnellst möglich in die Schuluniform gezwängt hatte und das Handy, welches noch immer stumm auf dem Schreibtisch lag in eine der Hosentaschen gestopft hatte.
Der Weg zur Mensa wurde zu einem regelrechten Höllentrip. Eine absurde Mischung aus Erinnerungen an den gestrigen Abend, den Sex, das Gefühl von Ben in ihm und der seltsamen Gewissheit, dass er sich mit dem Braunhaarigen irgendwie vollkommen fühlte und Schuldgefühlen kombiniert mit nackter Panik. Von Sekunde zu Sekunde scheint er blasser zu werden. Blass genug, damit ihm in den Gängen fragende Blicke zuwarf. Blicke, die ihn zu quälen schienen.
Erst nachdem er sich in der Mensa an einen Tisch niederließ, der sich am entgegengesetzten Ende der Mensa, als ihr sonst gewählter Sitzplatz befand, atmete er kurz auf. Der Kaffee vor ihm dampfte vielversprechend und er wagte es sogar einen Blick auf das Handy zuwerfen. Es war kurz nach 11 Uhr und es gab keine neuen Anrufe oder Textnachrichten von Henry. Das war gut. Sonntags war sein freier Tag und es war die eine Regel die Henry strikt befolgte, wenn es um Chris ging. Montags bis samstags hatte er auf Abruf bereitzustehen, sonntags durfte er sich entspannen. Seine Gedanken glitten zu Ben und ein tonloses Seufzten verließ seine Lippen. Das war der erste Sonntag seit Jahren an dem er gerne einen Anruf von Henry erhalten hätte. Einer der es erforderte, dass Chris seinen Adoptivmutter für eine Woche mit nach Mailand begleitete oder Paris. //Paris, ob es ihm dort gefallen würde?// Der Gedanke ließ ihn dermaßen zusammenfahren, dass er sich nicht nur auf die Wange biss, sondern halb von seinem Sitz hochfuhr und direkt von einer Welle des Schmerzes erfasst wurde. Ben war nicht gerade 100% sanft gewesen und Chris hatte sich anscheinend überschätzt. Wieder ein tonloses Seufzten, während er in seinen Kaffee starrte, als wartete er darauf, dass am Boden der Tasse jemand einen Stöpsel zog. Aber es brachte nichts und wieder steuerten seine Gedanken unvermeidlich auf den Abend zuvor zu. Andersherum wäre es für Ben deutlich unangenehmer geworden und während er sich gestern sicher gewesen war, dass es besser war Ben diese Unannehmlichkeiten zu ersparen, fluchte er jetzt über die ständige körperliche Erinnerung an diesen… //Fehltritt.// Ja. Fehltritt war vielleicht der richtige Begriff. Aber immerhin hatte er Zeit sich die ein oder andere plausible Erklärung auszudenken, um Ben so sanft wie möglich klar zu machen, dass das ein Fehler war. Einer der sich nicht wiederholen würde. Genug Zeit solange er Kathy und ihm aus dem Weg gehen konnte.
Immer noch gedankenverloren, aber mit etwas mehr Farbe im Gesicht, nippte er an der Tasse Kaffee, bis diese fast kalt geworden war und wollte sich gerade begleitet von einer weiteren Welle des Schmerzes aufrichten, um sich eine neue Tasse zu holen, als Kathy in sein Blickfeld trat, in ihrem Schlepptau Ben. Automatisch zuckte er in sich zusammen und schien sichtlich zu schrumpfen, doch seine Gebete, dass sie ihn nicht gesehen haben, wurden niedergeschmettert, als Kathys freudige Stimme nah bei sich hört. „Guten Morgen.“, ertönt die Stimme der Blondine, während sie sich setzte, scheinbar auf Ben wartend, der einen Moment lang besorgt wirkte, bevor er sich mit einem Lächeln zu Chris hinabbeugte. Die Stimme so herzzerreißend sanft und liebevoll, hörte Chris wie durch Watte „Guten Morgen Schönheit.“ Fast zu spät realisierte der Schwarzhaarige, dass Ben vorhatte ihn zu küssen. Die Watte verwandelte sich augenblicklich in eine Schneelawine, ein eiskalter Schauer lief ihm den Rücken hinab, als er sich einen Augenblick fast schon panisch umsah, bevor er Ben bestimmt, fast schon rüde, von sich schob. Sämtliche Farbe war auf einen Schlag aus dem Gesicht des Millionärssohns gewichen und als er dieses Mal aufsprang, waren die Schmerzen im Unterleib vergessen. Alles was zählte war es sich an Ben vorbei einen Weg aus der Mensa zu schaffen. Es gelang ihm und kaum schlug die Flügeltür hinter zu verfiel er in einen leichten Sprint. Nichts was Ben nicht hätte einholen können.
"...I’m not the man who jumps in the line of fire. But that’s the kind of man you deserve so… I’ll do my best"
Lowell Tracey
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Drachenschmetterling
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Beitrag #42 von Drachenschmetterling » 07.03.2017 20:13

Verschlafen registrierte Ben, wie Chris im Badezimmer verschwand und kurz darauf das Zimmer verließ. Irritiert stand er auf und starrte die Tür an. Er war schon wieder abgehauen... Seufzend ging er ins Badezimmer und dachte, während er unter der heißen Dusche stand über den vergangenen Abend nach. Das Date mit Kathy war nebensächlich geworden. Verdrängt von den intensiven Moment mit Chris. Noch nie hatte Ben sich so gefühlt beim Sex. Es hatte alles gepasst. Er liebte Chris und der junge Mann hatte auch Gefühle für ihn. Die Frage, wo Chris jedoch heute morgen so schnell hin musste, blieb.
Er zog eine einfache etwas zerschlissene Jeans, die locker auf seinen Hüften saß, an und ein graues T-Shirt, dass so eng saß, dass sich seine Muskel sanft darunter abzeichneten.

Zerstreut strich er sich durch die nassen Haare, als er an Kathys Tür klopfte. Er wollte sich bei ihr für sein Verhalten vom Vorabend entschuldigen und ihr alles erklären. Aber als sie die Tür öffnete grinste sie ihn nur an und schob den blonden Jungen mit dem Chris gestern unterwegs war an ihm vorbei. "Bis später Matt." sagte sie und zog die Tür hinter sich zu.
Auf Bens verwunderten Blick zog sie eine Augenbraun hoch und stemmte die Hände in die Hüfte. "Was denn? Bei euch waren wir ja wohl abgemeldet." Entschuldigend hob Ben die Hände. "Ich weiß gar nicht was du meinst." Er grinste. SIe schien ihm überhaupt nicht böse zu sein, als hätte sie es schon immer gewusst. "Tut mir Leid... Das ich gestern zu abwesend war... ich... ich weiß selbst nicht." begann er mehr schlecht als recht eine Entschuldigung zu stottern. "Ein blinder mit nem Krückstock, hat gesehen, was da bei euch beiden los war. Habt ihr wenigstens reden können?" fragte sie, während die beiden sich auf den weg in die Mensa machten.
Es war ihr morgendliches Ritual geworden. Ben holte Kathy an ihrem Zimmer ab und gemeinsam gingen sie dann zur Mensa und besprachen alle möglichen Banalitäten.
"Hrmpf..." grummelte er. Für ihn ging es heute nicht um Banalitäten. "sagen wir es so, bevor wir reden konnten ist Chris aus dem Zimmer verschwunden..." Es war nur ein Teil der Wahrheit, aber Ben verspürte keinen Drang Kathy zu erzählen, dass Chris heute morgen aus seinen Armen geflüchtet war. "Sag mal... du und dieser... Matt? Wie kam das?" versuchte Ben abzulenken und Kathy sprang sofort sdrauf an. War sie doch froh, endlich mal etwas so spannendes zu erzählen zu haben und übersah dabei völlig, was ihre Freunde quälte.

Er sah den schwarzhaarigen noch vor Kathy und musterte ihn einen Moment lang besorgt. Keiner in der Mensa beachtete sie und er wollte Chris wissen lassen, dass die vergangene Nacht alles und nichts verändert hatte.
Langsam beugte er sich vor und flüsterte mit einem schiefen Grinsen: „Guten Morgen Schönheit.“
Er wollte Chris kurz küssen und sich neben ihm auf den Stuhl fallen lassen, aber bevor es dazu kam stieß er ihn beiseite und floh aus der Mensa. Es fühlte sich an, als würde Eis in seinen Brustkorb laufen so kalt und klar war der Schmerz.
Leise fluchte der braun haarige und merkte wie sie alle anstarrten. Es war ihm scheiß egal. Er rannte seinem Mitbewohner hinter her und holte ihn schon nach wenigen Metern ein. Er wollte antworten. Er drehte den jungen Mann mit dem Rücken gegen die Wand und stütze sich links und rechts neben seinem Gesicht gegen die Wand mit der flachen Hand.
Einen Moment ließ er den Kopf hängen und sammelte sich, ehe er den Blick hob und Chris in die kalten blauen Augen sah. "Erklär mir bitte endlich wo dein verschissenes Problem liegt?!"
Er packte Chris Handgelenk und zog ihn an sich ran.

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