Chronicles of Llandy

In der Inplay-Area finden Rollenspiele mit dem Genre "Fantasy" statt.
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Hikari
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Chronicles of Llandy

Beitrag #351 von Hikari » 28.12.2016 03:12

Ein bloßes Schulterzucken war seine Reaktion auf die Antwort des Magiers und trotzdem lag ein leichtes Lächeln auf den Lippen des Wolfes. Es war schon erfreulich genug, dass der Nekromant eingewilligt hatte ihn auf die Jagd zu begleiten und Helena zu trainieren. Alles andere wäre ohnehin ein Überstrapazieren seines Glücks gewesen und so nahm er die Ablehnung Morths mit beinahe gelassener Miene hin.
Nur der Seitenhieb bezüglich seiner Angewohnheit sich in fremden Köpfen herumzutreiben, ließ die Gelassenheit für einige Augenblicke aus den Zügen des Dämons verschwinden. Sein Blick huscht kurz zu Silberklaue, als wollte er fragen, ob auch der alte Wolf sein Verhalten als ungebührlich empfand. Es war seine Natur. Solange er denken konnte, war er mit den anderen Mitgliedern des Rudels auf diese Weise verknüpft gewesen. Diese Verbindung zu verlieren – diese plötzliche Stille in seinem sonst so überfluteten Kopf – hatte ihn fast in den Wahnsinn getrieben. Vielleicht hatte das Rudel ihn deshalb auch nicht gejagt. Vielleicht waren sie einfach davon ausgegangen, dass durch ihren Verlust den Verstand verlor und sein Elend früher oder später in einem der klareren Momenten beendete. Wie gerne er ihnen doch ins Gesicht gelacht hätte…
Helenas Ankunft riss ihn aus seinen Gedanken, seine Augen folgten für einen Moment den Linien ihres Körpers und sein Gehirn kramte das Spiegelbild heraus, welches es er nur Minuten zuvor gesehen hatte. Gerade noch rechtzeitig reißt er seinen Blick los und versteckt sein erneut tiefrot angelaufenes Gesicht in den Schatten der ‚Kapuze‘ seines Pelzes, gerade als Helena gefragt hatte ob noch jemand sie anschreien wollte. Der Wolf hoffte, dass sie annahm das er sich wegen ihrer Worte in seinem Fell versteckte. Sollte sie herausfinden, was der tatsächliche Grund für seine Reaktion war, war er entweder tot – nicht das er etwas dagegen einzuwenden hätte – oder es kam zu noch mehr Streitereien. Letzteres könnte die Harmonie in der Gruppe – wenn man von den ständigen Streitereien zwischen Helena und ihm absah – in ernsthafte Gefahr bringen.
Er war froh, als er hörte, wie Silberklaue der Fee anbot bei ihm zu schlafen und auch wenn er es nicht zugeben würde: das Klirren von Morths Rüstung, gefolgt von dem Umhängen seines Mantels um Helenas Schultern beruhigten ihn. Vielleicht hätte er ihr sogar seinen eigenen Pelz angeboten schließlich würde er ohne ihn nicht erfrieren, aber für den Augenblick war er froh, dass er mal nicht ihren Aufpasser mimen musste. Heilkräfte hin oder her… eine Abneigung gegen Pelz um ihren Körper warm zu halten… diese Frau war einfach nichts weiter als eine konstante Gefahrenquelle. Wenn sie nicht aus Tierliebe erfrieren würde, starb sie vermutlich, weil sie schlicht und ergreifend wehrlos war oder weil sie es mit ihrer Fürsorge übertrieb.
Der Blick des Dämons huschte in einem Anflug von Anerkennung zu dem Nekromanten und für einen Augenblick sinnierte er darüber, dass diese Made vielleicht doch noch zu etwas nütze war. Schweigend erforschte der 27 Sommer alte Dämon das Gesicht des Magiers. Da war kein Anflug von Panik. Kein Zeichen von Blöße oder Angst. Seine Augen folgten für einige Sekunden dem nackten Oberkörper, der sich ihm dort darbot und musterten fast schon neugierig die Narben, bis er ein paar entdeckte die ihm seltsam bekannt vorkamen. Bei ihrem Anblick zuckte der Wolf sichtlich zusammen, als hätten sie bei ihm eine Art körperlichen Schmerz ausgelöst, aber er sagte nichts dazu, versuchte nur sich noch tiefer in den Schatten seines Pelzes zu verstecken. „Du sollst beide Angebote annehmen… das würde mir helfen.“, murmelte Lucien nach einem kurzen Blick zu der Fee, eher er seine Aufmerksamkeit wieder Silberklaue und Morth schenkte. „Wir sollten morgen möglichst schnell weiterziehen. Wir sind schon zu lange hier.“
Noch einmal huscht sein Blick zu Helena, bevor er ihn gewalttätig von ihr losriss. Morth hatte recht. Sie war nicht sein Eigentum und egal wie man es drehte und wendete: Er war ein verheirateter Mann. Er hatte keinen Grund und kein Recht sich dieser Frau gegenüber so zu verhalten als wäre sie sein Eigentum, aber trotzdem hatte er irgendwie das Gefühl sie beschützen zu müssen. Vielleicht war es eine gute Idee, diese Aufgabe einfach an einem der anderen abzuschmieren, wie Kuhscheiße. //Morth scheint schließlich ganz fasziniert von dem Prinzeschen zu sein.// Aber er sprach es nicht aus, sondern stand nur auf und suchte sich einen Platz von dem aus er die Gegend besser überblicken konnte.
„Ich übernehme die erste Wache…“
"...I’m not the man who jumps in the line of fire. But that’s the kind of man you deserve so… I’ll do my best"
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Drachenschmetterling
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Chronicles of Llandy

Beitrag #352 von Drachenschmetterling » 28.12.2016 03:12

Sie band mit zitternden Fingern ihre Haare zusammen. Kaum war sie wieder da fühlte sie sich beobachtet. Kurz huschte ihr Blick zu Lucien, der sich lediglich tief in seiner Kapuze vergrub. Na gut hatte sie wenigstens Ruhe vor ihm. "Vielen Dank, Silberklaue." Sein Angebot freute sie wirklich. Es war kalt und die Luft fühlte sich feucht und klebrig an, so als würde es die Nacht noch Regnen, da war ein warmer und sicherer Platz an Silberklaues Seite einfach wunderbar.
Ein Grinsen huschte über ihr Gesicht. "Na von mir würde es nur ein paar Pilze und Beeren geben. Ich habs nicht so mit dem Töten." warf sie sanft lächelnd dazwischen. Sie nahm es mit Humor, aber das Morden war all gegenwärtig und brachten ihr immer wenn sie nah genug war Kopfschmerzen. Früher hatte sie es abgetan als eine eigenart, dass sie hin und wieder Kopfweh bekam. Heute dachte sie darüber nach, ob es mit ihrem Wesen und ihrer Kraft zusammen hing.

Verunsichert blickte sie Morth an, während der Wolf ernst mit ihm sprach. Waren wir nur seine Lebensversicherung? Mehr nicht als ein Mittel zum Zweck? Auf einmal registrierte sie, dass Morth seine Rüstung abgelegt hatte und nun Oberkörper frei vor ihr stand.Erschrocken zuckte sie zusammen, als Morth ihr seinen Mantel umlegte.Sie hatte nicht im geringsten damit gerechnet, dass gerade er ihr seinen Mantel anbot. Eher noch hatte sie geglaubt sich wieder in Luciens warmen, weichen Pelz wieder zu finden. Kurz huschte ihr Blick beinah enttäuscht fragend zu Lucien.
Zögernd raffte sie den Mantel enger um sich und sah zu Morth auf. Ihre Augen wandern seine Narben entlang, die seinen Körper so entstellen, bis sie an sein Gesicht kamen. Einen kurzen Moment sah sie ihn einfach nur an, so als wollte sie seine Seele sehen, ehe ihre Lippen das Wort "Danke" formen.
Streng sah sie zu Lucien hinüber, als Morth begann davon zu reden, dass sie ihn anknurrten und drohten. Sowas konnte doch nur von dem alten Sturkopf kommen. Von dem was sie wusste, brauchten sie einander und sollten sich auch respektieren. Von nun an mussten sie zusammen arbeiten und konnten sich doch nicht andauernd kebbeln wie kleine Jungs.
Mit einem sanften Lächeln drehte sie sich gerade um, als Lucien hinter ihr meinte, dass sie Morths Mantel und ein Platz bei Silberklaue annehmen sollte, weil es ihm helfen würde. Sie zog eine Augenbrauen hoch, drehte sich aber nicht zu Lucien um. "Natürlich ich helfe dir doch immer gern." erwiderte sie in einem zuckersüßen Tonfall, dass ihr selbst fast schlecht wurde so falsch klang das. Es fuchste sie, dass er sie immer wieder behandelte wie ein kleines Kind.
Erschöpft von den Tagen, die sie neben Lucien gewacht hatte ließ sie sich dicht neben Silberklaue nieder und kuschelte sich mit dem Mantel in sein dichtes warmes Fell. Sie schloss ihre Augen und sofort waren ihre Lider so schwer, dass sie sie nicht mehr öffnen konnte. Aber sie wollte. Sie wollte zu Lucien sehen und ihn bitten auf sich acht zu geben und vorsichtig zu sein. Es drängte sie so sehr danach, aber der Schlaf war stärker und so schlief sie einfach ein. Ihn in ihren Gedanken rufend.

Einige Stunden lang schlief sie ruhig an Silberklaue gekuschelt. Morths weinroter Umhang war eng um sie geschlungen und wärmte ihren zierlichen Körper.
Sie stand an einer Klippe und kleine Tropfen Meerwasser spritzen ihr ins Gesicht. Sie war noch ein kleines Kind und der Wind verfing sich in ihren goldenen Wellen. In weiter Ferne beobachtete sie ein Schiff, wie es sich langsam näherte. Wenn sie sich umdrehte sah sie eine großes Schloss mit langen Türmen und großen Fenstern. Immer mehr Wasser spritzte ihr ins Gesicht und nach dem sie ein mal blinzelte stand sie auf einem Schiff Vorne an Deck und sah zum Horizont hinüber. Die Wellen wurden immer größer und der Himmel grau. Starke Arme hoben sie hoch und trugen sie unter Deck. In warme Decke gehüllt zitterte sie in der modrigen Kälte der Kajüte unter Deck und schloss die AUgen um das schwanken besser zu ertragen. Dann spürt sie nur noch einen unglaublichen Schmerz im Kopf, fühlt sich schwach und hat Todesangst. Da umfängt sie Kälte und Ruhe. Es ist als wäre sie auf einmal in Sicherheit, doch atmen kann sie nicht.
Nach Luft schnappend wacht sie auf. Die Sonne geht vermutlich gerade auf, doch dass ist schwierig zu sagen hinter den dicken grauen Wolken, die den Himmel verhingen. Sie liegt auf dem kalten Boden, immer noch in Morths Mantel gewickelt. Müde rappelt sie sich auf und reibt sich die Augen. Ihr Traum steckt ihr immer noch in den Gliedern und so schaut sie sich nur schweigend um und schaut nach ihren Gefährten.
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Roderik
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Beitrag #353 von Roderik » 28.12.2016 03:13

...tagelang reitet er nach seinem Entkommen mehr tot als lebendig auf dem Pferderücken liegend umher...er hat dem Pferd eine ungefähre Richtung vorgegeben und hofft einfach, das Tier würde den Weg finden...an seinem Sattelknauf baumelt sein Schwert...er hat keine Ahnung, wie es dahin gekommen ist...warum er entkommen konnte..doch sobald er die Augen schließt, sieht er vor sich, wie sein Dorf angegriffen wird...sein Haus zerstört wird..einen lachenden Lucien...

...irgendwann erreicht er ein Wäldchen...es ist kalt geworden...er entzündet ein Feuer und fängt eine Maus..mehr hat er die letzten Tage ohnehin nicht zu Essen gehabt...das Pferd findet immer Etwas, doch er kann nicht nur Flechten und Gras und Rinde essen...der Rauch steigt auf und es ist ihm egal..
Schmerz zeigt, daß man am Leben ist...also geniesse ihn, solange Du kannst....

http://www.youtube.com/watch?v=06H_6oI4EK4
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Morth
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Chronicles of Llandy

Beitrag #354 von Morth » 28.12.2016 03:13

Morth saß auf einem etwas erhöhten Felsen im Schneidersitz mit geschlossenen Augen,
während er sein Schwert in den geöffneten Handflächen vor sich hält als wolle er es einer unsichtbaren Person reichen,
auf Dauer müsste das Schwert so unheimlich schwer sein, doch bis auf die angespannte Oberarmmuskulatur scheint er sich nichts anmerken zu lassen.
Offenbar Meditiert er auf diese weise.
Seine Rüstung hatte er seitdem nicht wieder angelegt und seine Haare waren immer noch nass, von seinem allmorgendlichem Bad.
Als er plötzlich ruckartig aufstand und Das Schwert wieder in die Scheide zurückschob bevor er sich an Lucien wand.
„also schön.. Gehen wir nun auf die jagt?“
Da seine Schatten unter den Augen nach wie vor präsent waren, konnte man annehmen das er keinen schlaf gefunden
hatte letzte Nacht. Es schien beinahe so das er Überhaut nicht schläft, allerhöchstens hin und wieder Meditiert.
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Hikari
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Chronicles of Llandy

Beitrag #355 von Hikari » 28.12.2016 03:13

Nicht weit vom Lagerfeuer hatte sich der Dämon am Fuße eines der Bäume niedergelassen. Die Nacht war ruhig, aber dunkel gewesen. Wolken hatten die Sterne und den Mond verdeckt und das wenige Licht, dass zu ihnen durchgedrungen war, war von den Bäumen zusätzlich verschluckt worden. Finsternis war ihr Freund, Licht ihr Feind in solch dunklen Nächten. Das wusste der Wolf und dennoch fühlte sich Lucien unwohl in dieser so bedrohlich wirkenden Nacht. Gefürchtet hatte er die Dunkelheit nie. Sie war ein Teil von ihm. So tief mit seiner menschlichen Seele verwoben, dass er sie hätte begrüßen müssen. Sie empfang müssen. Er hatte sie nur nie akzeptieren können. Akzeptanz hieß sich von ihr verschlingen zu lassen, zu zulassen, dass die Menschlichkeit endgültig aus seinem Körper wich. Seele und Herz zu opfern. Macht im Gegenzug für Menschlichkeit. Kaltblütiges, rationales Handeln für Emotionen. Unsterblichkeit gegen Sterblichkeit.
Ein gequältes Lächeln huschte über seine menschlichen Züge. Es waren Opfer die er gebracht hatte, um dem Monster in sich zu entgehen. All die Jahre war er stets bemüht gewesen sich diesem Monster zu stellen und mehr als nur ein Mal war er dafür als Narr betitelt worden. Er hatte es schweigend akzeptiert. Solange Helena, Leah und Rikir lebten, hätte er jeden Preis gezahlt und wenn er in dieser dunklen, wolkenverhangenen Nacht so darüber nachdachte, hatte er mit allem bezahlt außer seinem eigenen Leben. Er hatte eine Frau geliebt und einen Mann geschützt, die das Leben seiner Tochter für das seine eingefordert hatten. Er hatte einem Mann gedient, der sich am Fleisch menschlicher Kinder labte und sein Rudel dadurch einte, dass er ihnen nahm, was ihnen am wichtigsten war: Einen Partner, einen Liebhaber, eine Gefährtin, eine Tochter, eine Familie. Seine Hände falteten sich in seinem Schoss und er schloss für einen Moment seine Augen. Als er sie wieder öffnete, hatten die Pupillen sich zu schlitzen verengt und die sonst braunen Augen, waren von dem unmenschlichen Rot, welches für sein Element stand.
Er hatte Kriege für diesen Mann geführt, der Unmögliches von ihm verlangt hatte. Hatte Kinder und Schwangere getötet. Zugelassen, dass die Männer unter seinem Kommando Frauen schändeten. Alles für die Liebe dieses einen Mannes. Alles, weil er ihm einmal folgen sollte. Weil er der nächste Leitwolf hätte werden sollen. Die unmenschlichen Augen huschten aus der kurzen Entfernung über seiner Gefährten und blieben kurz an ihnen hängen und ein Lächeln hatte sich auf seine Lippen gestohlen, als er über die Lüge nachdachte, welche er seinen Gefährten aufgetischt hatte. Nie hatte er ernsthaft vor gehabt die Wache jemanden anderen zu übertragen. Wem hätte er das auch zumuten können? Dem verletzten Dämonenwolf? Dem Nekromanten dem er sein Leben selbst dann nicht anvertrauen würde, wenn sie die letzte Bastion der freien Welt gegen den armen Irren waren, der sie jagte? Oder der Fee, welche mit ihren Kräften umging, als wollte sie ihr Leben wegwerfen? Bei dem Gedanken daran verließ ein gequältes Seufzen seine Lippen. Eigentlich waren sie doch gar nicht so verschieden. Das eigene Leben im Austausch für das Leben möglichst vieler zu opfern. Es war eine schöne Art zu sterben. Das ehrenvollste Ende auf, welches er noch hoffen konnte und wenn es ihm möglich war, würde er dieses Land vor jenen retten, die es überrannten hatten. Einen König für die Menschen finden, welcher seinem Volk diente. Einem König vor dem er knien konnte. Welchem er dienen würde, bis er auf dem Schlachtfeld so menschlich und ehrenhaft es ihm möglich war sterben konnte.
Aber Helena… sie war etwas Anderes. Sie war so verbohrt darauf jemanden zu retten, der es nicht verdient hatte. Ihn zu retten, dabei war er der Letzte, der es verdient hatte. Die Hände in seinem Schoss entfalteten sich und seine Rechte massierte kurz seine Nasenwurzel. Sie sah Gutes, wo es nichts Gutes gab. Selbst nachdem er sich auf sie gestürzt hatte, hatte sie Nächte an seiner Seite verbracht und ihre Kräfte eingesetzt um ihn zu heilen. Vielleicht kam es ihr so vor als behandelte er sie wie ein Kind, aber das war es nicht was er wollte. Wenn sie diese selbstzerstörerischen Kräfte einsetzen musste, dann für ein höheres Wohl. Für jemanden der es verdient hatte und nicht für ein Monster, dass nur noch am Leben war, weil es dachte für seine Sünden büßen zu müssen.
Der einsetzende Regen riss ihn wenig später aus seinen eher trüben Gedanken und entlockten ihm ein missmutiges Brummen. Das Monster in ihm - dieser Teil von ihm den er partout nicht akzeptieren wollte – sorgte dafür, dass er Kälte für gewöhnlich nicht spürte und Hitze nur dazu beitrug, dass er sich lebendiger und wacher – sich wohl – fühlte, aber Regen verachtet. Wasser im Allgemeinen war nicht sein Freund. So zog er den Pelz, dass erste Mal enger um sich, weil er es brauchte und nicht aus menschlicher Gewohnheit und harrte die restlichen Stunden bis zur Jagd alleine mit seinen Gedanken aus nur ab und zu unterbrochen, weil er Morth beim Meditieren beobachtet oder überprüfte, ob Helena noch an Silberklaue gekuschelt dalag. Nachdem der Regen aufgehört hatte, stand er einmal auf und zog Morths Mantel wieder ein Stück hoch und schob ihn vorsichtig unter den Körper der so zerbrechlich wirkenden Fee. Einen Moment verharrte er und strich ihr eine Strähne, welche sich aus ihrem Zopf gelöst hatte aus dem Gesicht. „Idiotin.“
Als Morth ihn kurz vor der Dämmerung ansprach, blickte er nur erschöpft zu dem Magier auf und versuchte sich an einem bestätigenden Lächeln. Die Augenringe des Nekromanten ließen ihn für einen Moment stocken, aber vermutlich sah er nicht besser aus. Der einzige Unterschied schien zu sein, dass Morth den Schlaf im Gegensatz zu ihm nicht brauchte. Langsam kam der braunhaarige Mann auf die Beine, überprüfte mit einem kurzen Blick ob Silberklaue wach war und auf Helena aufpassen würde, bevor er den Schwertgurt von seiner Hüfte löste und zum Rest seiner Rüstung legte. Weder Rüstung noch Schwerter würde er brauchen um seine Beute zu erlegen. Wieder geht sein Blick zu dem Magier und er scheint den Abstand zwischen ihnen abzuschätzen, bevor er die Wandlung einleitet. Sein Körper scheint zu glühen, der Pelz den erträgt mit seinem Körper zu verschmelzen und seine Knochen unter Hitze zu bersten. Für wenige Augenblicke erscheint es so als würde der Dämon zu einer verkrüppelten Version seiner selbst werden. Doch dann steh ein Wolf vor dem Nekromanten, dessen Fell so schwarz ist, wie der Wolfspelz den er immer um die Schulter trägt. Und nun scheint seine Äußerung gegenüber Helena Sinn zu ergeben: Lebendes Tier. Die roten Augen fixieren Morth, während der mäßige Körper, welcher Silberklaue‘s kaum nachstand langsam tiefer in den Wald bewegte. Wenn sie den Fluss folgten müssten sie mit etwas Glück in der Dämmerung auf das ein oder andere Tier treffen und wenn sie schnell wären, könnten sie es ausweiden bevor Helena wach wurde. Nicht, dass sie es dann essen würde, aber man könnte ihr den Anblick ersparen. Noch einmal geht sein Blick zu der blonden Frau, dann zu Morth. „Wir sollten gucken, ob wir etwas Fleischloses für sie zu essen finden.“, richteten sich seine Worte in Gedanken an ihren neuen Gefährten. Bevor er bei sich hinzufügte //So zerbrechlich.//
Dann wendet er den Blick ab und richtet seine Sinne auf die Jagd aus. Automatisch ging ein Ruck durch seinen Körper, der von Vorfreude auf die Jagd zeugt. In Momenten wie diesen, wurde er auf seine Instinkte und die Bestie in sich reduziert.
Die Sorgen der Nacht wurden weggewaschen. So wie der Regen das Land in dieser Nacht gereinigt hatte, spülten seine Instinkte die Zweifel fort und der Dämon verschwendete keinen Gedanken mehr daran, ob er menschlich oder ein Monstrum war. Als er die erste Pfote nach vorne setzte und begann das Flussufer nach einer Witterung abzusuchen, verschmolzen Mensch und Monstrum zu der Einheit, die sie immer werden sollten. Die feuchte Erde zwischen den Pfoten, das Rauschen der Winds in seinen Ohren, setzte die Bestie zur Jagd an.
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Drachenschmetterling
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Chronicles of Llandy

Beitrag #356 von Drachenschmetterling » 28.12.2016 03:13

Der Mantel, der sie die Nacht so gut gewärmt hatte war schwer und nass vom Regen. Müde blinzelte die blonde Frau in die aufgehende Sonne. Die Luft roch frisch und klar, nach dem sanften Regen der Nacht. Silberklaue hatte sich aufgerappelt und war die wenigen Schritte bis zum Bach gegangen um etwas zu trinken.
Von Morth und Lucien war keine Spur. Sie mussten noch in der Nacht aufgebrochen sein um zu jagen. Währed ihre Gedanken an dem braunhaarigem Wolfsdämonen hängen blieben, streckte sich ihr Geist ganz unbewusst und unkontrolliert nach ihm aus, wollte ihn spüren. Da war etwas viel zu weit entfernt, dass sanft sich nach ihr streckte. Ein wohliges warmes Gefühl, als sei das ein Teil von ihr. Doch ehe sie greifen konnte was sie da gerade fühlte war es verschwunden. Verwirrt schüttelte sie den Kopf.
In der Zwischenzeit war sie aufgestanden und hatte sich zu Silberklaue an den Bach gesetzt. „Wie geht es dir heute mein großer?“ fragte sie sanft und strich durch sein warmes weiches Fell. „Mit jedem Tag besser.“ der Blick seiner Augen legte sich sanft auf sie. „Und wie geht es dir?“ Besorgnis schwang auch in seiner Stimme mit und sie musste Lächeln. Sie war noch nicht lange Teil dieser Gruppe, aber es fühlte sich an, als sei sie angekommen, als hätte sie etwas gefunden, was all die Jahre gefehlt hatte. „ Alles gut. Ich brauchte einfach nur ein Bad und etwas Schlaf. Schau hier..." Sie zeigte dem alten Wolf ihre Hände. Nur noch ein leichter roter Schleier verriet, dass sie sich die Flächen verbrannte hatte. "Lucien... Ich versteh ihn nicht... kann es einfach nicht verstehen. Er scheint mich so sehr zu hassen und geht mir aus dem Weg, aber dann... dann ist er wieder so wie gestern Abend... irgendwie fürsorglich“ seufzend erhob sich der große Wolf und auch sie stand auf. „Er wird es dir sicher irgendwann erklären, aber eins weiß ich: Es ist kein Hass den er gegen dich hegt.“ Gemeinsam gingen sie zur Feuerstelle zurück.
Der Regen hatte das Feuer gelöscht und das Holz durchweicht. Sie würde neues Holz sammeln müssen, ehe sie ein neues Feuer entzünden könnte. Sie war sich nicht sicher, ob Luc und Morth ihr Fleisch braten wollten, wenn sie wiederkehrten. Silberklaue würde sicher sein Fleisch roh zu sich nehmen. Bei Lucien konnte sie es sich auch vorstellen, nachdem sie gesehen hatte wie er die Männer abgeschlachtet hatte und Wieder huschte das Bild von Lucien durch ihren Kopf, wie er vor ihr stand, zum Angriff bereit mit leuchtend roten Augen. Er war nicht er selbst gewesen. Etwas in ihm war zerbrochen, als er vom Tod seiner Tochter erfahren hatte. Er hatte sich selbst vergessen, alles für das er einstand. Er war nicht mehr menschlich gewesen. Da gab es nur den Dämon in ihm, der ihr Blut verlangt hatte.
Sie konnten sich nicht sicher sein, dass ihre Feinde, nach Luciens Attacke endgültig die Flucht ergriffen hatten oder ob sie sich umkehrten und nun erneut versuchen würden sie aus dem Hinterhalt anzugreifen.
Unsicher blickte sie sich um. Bei dem Gedanken an ihre Angreifer ließ ihr ein kalter Schauer über den Rücken. Sie waren ein zu leichtes Ziel. Silberklaue war, so gut er sich auch fühlte, immer noch zu schwach zum Kämpfen und sie selbst konnte man ja kaum mit zählen. Sie trug zwar das Messer, das Roderick ihr gegeben hatte, bei sich, aber sich damit zu verteidigen erschien ihr nahe zu unmöglich.
Lucien komm bitte bald zurück. Sie sorgte sich sehr um ihn, da Roderick bis jetzt noch nicht zurück gekehrt war. Vielleicht war ihm etwas passiert und was sollten sie tun, wenn Morth Lucien nun Angriff? Er war gerade erst aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht und sicher nicht in der Verfassung zu kämpfen.
Sie begann wie die letzten Tage damit die schmutzigen Tücher im Bach auszuwaschen, doch als sie damit fertig war, waren die beiden immer noch nicht von der Jagd wiedergekehrt. Unsicher biss sich die junge Frau auf die Unterlippe. "Silberklaue... ich werde etwas in den Wald gehen. Nicht weit keine Sorge. Ich will nur etwas trockenes Holz für ein Feuer und vielleicht etwas essbares für mich finden. Ich bezweifle, dass unsere zwei großen Jäger daran denken, dass ich kein Fleisch essen kann..." Sie gab sich bemüht entspannt und locker. Der große Wolf war immer noch erschöpft wollte aber aufstehen und mit ihr kommen. "Bleib liegen, bitte! Du musst dich erholen. Ich geh nicht weit und ich habe ein Messer dabei. Ich kann schon auf mich aufpassen." Ihre eigenen Worte überzeugten sie nicht, aber der WOlf war müde und so ließ er sich grummelnd wieder zurück sinken.
So ging sie alle in den Wald. Trockenes Holz für ein Feuer war im dichten Unterholz nicht schwer zu finden, aber etwas essbares dafür schon.
Plötzlich roch sie Rauch und sah an einer lichten Stelle ein Feuer. Doch das war nicht das was ihre Aufmerksamkeit bannte. Viel mehr war es das Pferd, welches seelenruhig an den Ästen auf dem Boden knabberte und sein Reiter, der sich gierig über ein kleines Mäuschen her machte.
Ihr Herz machte vor Erleichterungen gleich zwei Schläge auf einmal. "Roderick!" rief sie erfreut aus und ging auf ihn zu. "Gott bin ich froh, dass du zurück gekehrt bist."
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Roderik
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Beitrag #357 von Roderik » 28.12.2016 03:13

Obwohl es geregnet hat, konnte er das Feuer mehr schlecht als recht am Brennen halten...der Rauch zieht glücklicherweise von ihm weg und so kauert er da...er nagt an seinem Essen und dabei ist ihm egal, dass er teilweise Fell mit isst...er hat die Schritte gehört, das Knacken von Zweigen, doch es ist ihm egal wie so Vieles...als er seinen Namen hört, blickt er auf...tiefliegende Augen in einem eingefallenen Gesicht suchen die Gegend ab, ehe er die Gestalt fixiert, welche auf ihn zukommt...langsam senkt er die Reste der Maus und die Rechte tastet nach dem Schwert, welches neben ihm im Moos liegt...ein Blick zu seinem Pferd, doch es ist außer Reichweite der Gestalt...Roderik erhebt sich und sein schmächtiger Körper wirkt kraftlos, dennoch hält er das Schwert in der Hand...mit zusammengekniffenen Augen schaut er über das kleine glimmende Feuer und nickt "Ja, mein Name ist Roderik...woher kennst Du mi..." er stockt und murmelt "Helena?" sein Kopf dreht sich und er schwankt nach hinten gegen einen Baum...wischt sich mit der Linken über die Augen, wodurch auf seiner Stirn ein Striemen Mäuseblut zurückbleibt...er wirft den Rest der Maus hinter sich und nickt leicht "Helena...woher...wie...Du hier?" er mustert sie und schluckt kurz...wo Helena ist, sind auch die Anderen...Lucien, der Mörder seiner Familie...die Rechte umklammert das Schwert fester "Wo...wo sind die Anderen?" er stößt sich vom Baum ab und wankt zu ihr...drei Schritte vor ihr bleibt er stehen...sie wirkt müde...erschöpft...kurz huscht ein Grinsen über sein Gesicht, als er sie betrachtet, doch dann senkt er das Schwert und geht weiter auf sie zu..direkt vor ihr bleibt er stehen und lächelt schief "Wie geht es euch Allen?" er versucht normal zu wirken, was ihm allerdings schwerfällt...und dann ist Alles wieder da...der Krieg, die Flucht, die Kämpfe, die Gefangenschaft, Lucien und die Gruppe, die Flucht aus dem Verlies...das Schwert fällt aus seiner Hand und er sackt zusammen, wobei er sich versucht, an Helena festzuhalten, doch sie dürfte zu geschwächt sein, um den Mann zu halten...
Schmerz zeigt, daß man am Leben ist...also geniesse ihn, solange Du kannst....

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Morth
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Beitrag #358 von Morth » 28.12.2016 03:14

Ohne seine Rüstung schien sich Morth weit aus lautloser zu bewegen, als das sonstige klappern, der sich überschneidenden Plattenteile.
Doch wirkte sein Gang weiterhin militärisch, als würde er mehr durch den Wald marschieren, als potenzieller Beute auflauern.
Dabei erwies er sich von der Verwandlung des Wolfsdämonen unbeeindruckt und auch sonnst, als ein schweigsamer Jagdbegleiter,
seinen Stab hatte er beim Lager gelassen und nur sein Schwert und den Parierdolch mitgenommen, beide verziert mit Runen, die auf ihre Magischen Eigenschaften schließen lassen.
Wer in der Lage ist diese zu lesen, erkennt auf dem Dolch das Wort „Hass“ und auf der Schwertklinge „Strigoi“.
Während sich das erste Wort von selbst erklärt, bezieht sich das Wort auf dem Schwert, auf ein mörderisches vogelartiges Wesen magischer natur und mit einem grausigen Durst nach Blut.
Der Schädel eines solchen Wesens ziert ebenfalls den Knauf seiner Waffe, dabei ist der Schnabel wohl scharf und Spitz genug, dass man auch damit jemanden Stichwunden zufügen könnte.
Der Regen schien Morth dabei kaum zu stören, doch als der Boden beginnt schlammiger zu werden, tritt er immer bedächtiger auf.
Im ersten Moment könnte man meinen er vermeidet so aus zu rutschen.
Doch offenbar, so stellt sich schnell heraus, sorgt er dafür das seine Hosenbeine nicht mit Schlamm bespritzt werden.
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Hikari
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Chronicles of Llandy

Beitrag #359 von Hikari » 28.12.2016 03:14

Der Wolf zu versunken in seinem Jagdtrieb trottete unentwegt durch das Unterholz. Kein Stock oder Stein, kein Regen oder Wind schienen ihn aufhalten zu können. Mehr und mehr verlor sich die Menschlichkeit in der Bestie. Den Kopf hob er nun gar nicht mehr vom Boden. Seinen Gefährten schien er völlig vergessen zu haben, so lautlos bewegte sich der Nekromant ohne seine Rüstung. Nur selten blieb der Dämon stehen, wenn er sich nicht gänzlich sicher war wo lang er als nächstes gehen sollte. Eine Fährte hatte er noch immer nicht gefunden. Es war beinahe so als wollte dieses Fleckchen Erde sie aushungern lassen.
Bei seinem ersten Stopp erregte ein leises Knacken seine Aufmerksamkeit und sorgte dafür, dass sich der Blick der Bestie auf den Magier richtete. In Ruhe schien er den militärischen Gang von Morth zu mustern und wäre er kein Wolf gewesen, hätte man meinen können, dass er eine Braue hochzog. Vermutlich hatte diese Made nicht untertrieben als er meinte, dass er keine wirkliche Ahnung von der Jagd hatte, aber immerhin und dafür war Lucien ihm dankbar verhielt er sich möglichst ruhig. Dieser Kerl würde immerhin die Beute nicht verjagen oder sich in einem verzweifelten Anflug falscher Tierliebe vor ihn und seine Beute werfen. Also wandte er sich wieder der Spurensuche zu und machte einen leichten Schlenker nach Osten, denn wenn er sich recht erinnerte war dieses Fleckchen Land der Nebelforst. Er lag etwas westlich von ihrer ursprünglichen Route, welche sie auf direktem Wege von Tieffelde nach Falkenwacht hatte bringen sollen. Wenn er mit seinen Berechnungen und Landeskenntnissen richtig lag, lag Tieffelde nun 5 Tagesmärsche hinter ihnen im Süd-Westen und Falkenwacht Nunmehr 7 Tagesmärsche in westliche Richtung. Tatsächlich war der Umweg, welchen sie gemacht hatten größer gewesen als Lucien erhofft hatte, aber mit etwas Glück konnten sie sich im Schatten des Flusses Than bis nach Königswald durchschlagen und eben jenen Fluss versuchte er zu finden und zu folgen. Als einzige frische Wasserquelle in dieser Gegend musste er die Waldbewohner anlocken. Wenn sie an seinen Ufern kein Glück hatten, dann müssten sie hungern und im schlimmsten Fall würden sie verhungern ehe sie Königswald erreichten, geschweige denn den Hafen von Dunkelfluss. Also trabte der Wolf weiter, seinen Gefährten wieder größtenteils ignorierend.
Bei seinem zweiten Stopp war es Morths zurückbleibende Aura, welche Lucien anhalten ließ und wieder ließ er den Blick über den Magier gleiten, stoppte kurz bei den Runen, deren Bedeutung ihm nicht klar war, auch wenn ihm eine ähnliche Schrift durchaus geläufig war…
Auch wenn ihn Morth als Barbaren bezeichnete so war er einst ein gebildeter Mann gewesen. „Wer Kriege gewinnen und Heere führen will muss nicht nur die Sprachen der Länder kennen, sondern auch deren Geschichte. Wer siegen will, braucht nicht nur ein Gespür für die Bewohner eines Landes, sondern auch logisches und strategisches Denken. Wer herrschen will muss verstehen, dass uns die Vergangenheit zu dem macht wer wir sind. Jede Stärke und Schwäche. Tief verankert in der Geschichte jedes Einzelnen.“ Angeleitet von diesen Worten seines Vaters hatte Lucien fast genauso viele Stunden auf dem Trainingsplatz verbracht, wie in der Bibliothek seines Zuhauses. Keinesfalls war er dumm oder ungehobelt zu nennen, es war nur so, dass er keinerlei Bedarf sah es hier draußen zu zeigen. Trotz seiner vermeintlich guten Ausbildung sagte ihm jedoch weder die Runen noch der vogelartige Knauf etwas, zu fragen jedoch erschien ihm wie eine Niederlage im Angesichte des Nekromanten, also beschränkte er sich wie sein Gefährte weiterhin auf das Schweigen. Der Regen schien keinem von beiden etwas auszumachen nur so fiel dem Dämon auf wurden die Schritte von Morth immer bedächtiger je verschlammter und rutschiger der Boden wurde.
Als der Wolf ein drittes Mal stoppte, die Lefzen vor Ärger leicht erhoben, ein unterschwelliges Brummen tief in seinem Leib am Brodeln so, dass sein Leib leicht zu beben schien. Als Lucien den Magier dafür anblaffen wollte, dass es nicht schlimm war, wenn er ausrutschte und seinen Hintern endlich mal bewegen sollte, wenn sie noch etwas erjagen wollten, fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Die großen roten Augen weiteten sich zunächst bevor der Koloss anfing zu lachen. Seltsam erstickt kam ein Geräusch aus der Kelle des Wolfes, das klang wie eine Mischung aus Bellen, Fiepen und ersticktem Röcheln.
‚Lachend‘ trottete der Dämon zurück zu dem Magier und legte sich neben jenem behutsam in den Matsch, neigte das Haupt leicht, damit der Nekromant, das Nackenfell ergreifen konnte. Vorsichtig streifte Lucien das Bewusstsein von Morth.
„Vor Jahrhunderten zur Zeit des großen Krieges lebte mein Volk im entfernten Königreich Arendy. Benannt nach dem einen der er es schaffte uns alle unter einem Banner zu einen. Viele Jahrzehnte lang wehten seine Banner und es hieß, dass irgendwo dort in Arendy die Chroniken meines Volkes niedergeschrieben wurden. Nur weniger dieser Legenden kamen mit uns in dieses Land. Eine von ihnen besagt, dass Folgende: Im Krieg der freien Völker gegen den Gottkönig Ra ritten Elfen und Menschen auf den Rücken meiner Vorfahren in die Schlacht. Wir kämpfen nicht gegen einen Gottkönig und du bist kein harmloser Elf aber, wenn wir heute noch Erfolg bei der Jagd haben wollen, solltest du aufsitzen.“, wären die Worte die der Nekromant zu hören bekommen würde, sollte er sein Bewusstsein für Lucien öffnen, ansonsten würde der Wolf nur noch einige Augenblicke verharren und den anderen dann seinem Schicksal überlassen. Vielleicht konnte er schnell ein Reh erlegen und damit zurückkehren, bevor Morth weit kam, andererseits würden sie mehr Beute tragen können, wenn sie zu zweit waren. So verharrte das schwarze Pelzknäul und hoffte auf eine Antwort des schwarzhaarigen Mannes, dessen Augen ihn so manches Mal an die schneidende Klinge eines Schwertes erinnerten.
"...I’m not the man who jumps in the line of fire. But that’s the kind of man you deserve so… I’ll do my best"
Lowell Tracey
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Drachenschmetterling
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Re: Chronicles of Llandy

Beitrag #360 von Drachenschmetterling » 04.01.2017 14:11

Er sah schlecht aus. Wirklich schlecht. Dürr, kraftlos und seine Augen sind leer. Er wankt und kann kaum stehen. Als er das Schwert hebt weicht sie instinktiv einen Schritt zurück. Doch als er gegen den Baum sinkt geht sie auf ihn zu, will ihn stützen, berühren, ihm einfach helfen. Sie bemerkt nicht wie er sein Schwert fester greift. Von dem Gefährten erwartet sie keinen Angriff mehr, jetzt wo er sie erkannt hatte. „Nicht weit von hier... Ich war auf der suche nach etwas essbarem.“
Als er vor ihr steht lächelt sie sanft und legt eine Hand auf seinen Arm. Sofort strömt Wärme durch ihre Finger. Tief in ihr entfaltet sich ein elektrisches Kribbeln und ein sanftes leuchten wandert ihren Arm hinab. „Wir erholen uns alle langsam...“ Schmerzen durch ziehen ihre Glieder. Ihre Kräfte sind erschöpft.
Klirrend fällt sein Schwert aus seiner Hand und plötzlich reißt er sie mit zu Boden und wirft sie um. Mit einem dumpfen Schlag kommt ihr Rücken auf den Boden auf. Ein wimmernder Schmerzensschrei kommt ihr über die Lippen. Ihr Rücken war immer noch blau von dem Sturz auf die Steine, als Lucien sie angegriffen hatte und der erneute Schmerz raubt ihr den Atem.
„Roderick?!“ panisch windet sie sich unter ihm hervor. Der kalte Schlamm durchdringt ihre Kleidung und sie beginnt zu zittern.
Mit aller Kraft dreht sie den Mann auf den Rücken. Wäre er nicht so dürr geworden, wäre es ihr unmöglich gewesen. „Roderick...“ flüsterte sie immer wieder leise und suchte seinen Körper nach offensichtlichen Verletzungen ab. Leise begann sie zu weinen. Der Schmerz und die Verzweiflung, die sie selbst erfüllten und den Schmerz den sie in seinem Gesicht gesehen hatten, ließen keine klaren Gedanken mehr zu.

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